Books - do you read?

10 Years. Rose Wedding. We made it! Some thoughts and a recommended reading.

Wir sitzen hier grade in unserem Hotel Boutique Los Balcones in unserem „sala para desayunos“ und blicken über die Dächer von Cuenca. Wir haben einen wundervollen Tag verlebt und wie immer geht hier die Sonne früher unter (um 6h Aufgang und 18h Untergang).

We are just sitting here in our Hotel Boutique Los Balcones in our „sala para desayunos“ and having a view over the roofs of Cuenca. We have spent a wonderful day and as always the sunset is very early (at 6am sunrise and 6pm sunset).

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Haben wir doch heute unsere Rosenhochzeit! Yep, vor 10 Jahren 2x JA gesagt in Ascona, Ticino. Und bisher kein NEIN. „Es gibt kein sichereres Mittel festzustellen, ob man einen Menschen mag oder nicht, als mit ihm auf Reisen zu gehen.“ sagte schon Mark Twain.

Today we’re celebrating our Rose Wedding! Yep, 10 years ago we said 2 times yes in Ascona, Ticino, Switzerland. And so far no NO. „There is no reliable way to determine, whether you like a person or not, but to do with him/her a big trip.“ already said Mark Twain.

Und wir dachten uns, es ist Zeit für einen kleinen „Zwischenruf“ aus Ecuador, dem Land der Rosen.

And we thought, it’s time for a little „interjection“ from Ecuador, the land of the roses.

Nun waren wir schon auf dem ein oder anderen Markt auf unserer Reise: „Hey, what do you want?“ „Hola, lo que quiere?“ „Hallo, was willst Du?“

We have been to several markets on our trip: „Hey, what do you want?“ „Hola, que quiere lo?“ „Hallo, was willst Du?“

Was will ich? Großartige Frage, die wir uns auch grade stellen.

What I want? A great question, which we ask ourselves just right now.

…„Wir hatten gedacht, dass diese Reise bereits die Antwort ist. Aber inzwischen haben wir begriffen, dass sie vielmehr die Gelegenheit bietet, uns, jeder für sich selbst, mit dieser Frage endlich mal wirklich zu beschäftigen. Wie will ich leben, was will ich mit den plusminus 40 Jahren anfangen, die noch vor mir liegen. Es braucht ja meist eine Zäsur, um sein Leben mal aus der Vogelperspektive bzw. den Berg mal von weiter weg zu betrachten und Inventur zu machen – bei uns gab es doch die ein oder andere Zäsur in der Vergangenheit. Also: Was habe ich, was fehlt mir, was funktioniert, was nicht mehr, wovon möchte und kann ich mich verabschieden, wovon brauche ich mehr in meinem Leben. Was also will ich – was wollen wir?

Für den ein oder anderen von Euch klingt vielleicht schon die Frage vermessen, vielleicht irritiert Euch die Unverschämtheit dieses einfachen Kindersatzes „Ich will“. Man findet seinen Platz im Leben, meist wird er einem doch irgendwie zugewiesen, und den versucht man dann doch irgendwie auszufüllen, so gut es geht – so war das in Eurer Generation. Unsere hingegen lebt mit dem Segen und Fluch zugleich, dass plötzlich viele grundverschiedene Lebensformen möglich sind, und das sogar in ein und der selben Biographie. Wir dürfen alles. Und wir können uns jederzeit entscheiden. Freiheit zuhaben zu wählen – Tor 1, Tor 2 oder Tor 3 und ohne zu wissen, hinter welchem Tor der Zonk ist – ist ein hohes Gut, macht es aber auch nicht einfacher, sondern sogar irgendwie komplizierter. Ohne Leitplanken ist der Weg nun mal schwieriger zu finden.

Noch komplizierter wird es dadurch, dass das jahrhundertealte Rezept für ein gelungenes Leben (Ehe + Kinder + Eigenheim + 45 Jahre im selben Beruf) ein Auslaufmodell ist und trotzdem noch der heimliche Maßstab für das Lebensglück. Wir haben noch keinen anderen aufgestellt, wir wissen noch nicht, ob die Alternativen funktionieren. Macht es auf Dauer glücklich, als digitaler Nomade durch die Welt zu vagabundieren oder Karriere und Kinder unter einen Hut zu bringen oder die Familie durch ein Freundesnetzwerk zu ersetzen oder sich die Arbeit immer wieder selbst zuzuteilen oder – die größte Frage von allen – ohne Kontinuität zu leben, sei es im Beruf oder Privatleben? Keine Ahnung. Wird man sehen. Es gibt keine Langzeitstudien, wir sind die Versuchskaninchen der ersten Generation.

Einfach ist das alles nicht. Life is a rollercoaster !!! Auf jeden Fall kommt niemand mehr um die Notwendigkeit herum, seine jeweils eigene Definition von Glück und gutem Leben zu finden. Die Endlichkeit von Lebensentwürfen – in Form von Scheidung oder Kündigung – ist längst nicht mehr die katastrophale Ausnahme wie bei Euch, sondern der Normalfall geworden, und Beweglichkeit, nicht Beharrlichkeit ist die Tugend der Stunde. In solchen Zeiten, ist ein beherztes „Ich will“ fast überlebenswichtig: Wenn alles wackelt, muss man halt selbst zum Pfeiler werden. (Und weltpolitisch wackelt es derzeit ja mächtig)

Reisen ist bei der Beantwortung von fundamentalen Fragen wie diesen natürlich wahnsinnig hilfreich. Zu sehen, wie es die anderen machen, welche Möglichkeiten und Ideen es noch so auf der Welt gibt und dass es noch andere Möglichkeiten gibt, sein Leben zu leben, ist jeden Schritt vor die Tür wert!“…

(Danke an Meike Winnemuth für die treffenden Worte – wir hätten die Gedanken für uns nicht besser formulieren können; aus Ihrem Buch „Das große Los“)

Da große Los

Wahrscheinlich kommen wir vielmehr als wir selbst wieder nach Hause zurück. Viel mehr wir selbst, als wir jemals vorher waren! Und reicher. Wie schon in unserem Credo gesagt: …“Geld spielt eine Rolle. Reich sein an Erfahrungen“…

Probably we will rather come back home as, we ourselves. Even more, we ourselves, than we have ever been before! And richer. As it has been said already in our credo:…“Money plays a role. Be rich in experience.“…

Everything about our current time in Cuenca/Ecuador will follow up next time.

Alles über unsere gegenwärtige Zeit in Cuenca/Ecuador folgt beim nächsten mal.

Oh, and this time no english translation of the text from the book obove. We are not in the mood today, on our wedding day, too lazy! Only so much…

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3 replies »

  1. Ihr lieben,
    erstmal, herzlichsten Glückwunsch zur Rosenhochzeit! Ich lese Eure Berichte mit grosser Aufmerksamkeit und freue mich schon auf die nächste Etappe. Was ihr da heute angesprochen habt finde ich sehr pertinent für unsere Generation. Ich gaube für uns gilt eher „Der Weg ist das Ziel“ und da sollte jeder Tag zählen. Ihr habt schon mal das wahnsinnige Glück in einenander Partner gefunden zu haben, die sich auf diesen Weg einlassen. Und das ist glaube ich das Wichtigste. Ich wünsche Euch noch weiter gute Reise und freue mich darauf zu lesen wie’s weiter geht.

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    • Lieber Guido, was für eine große Freude für uns von Dir zu lesen! Und ja, Du hast Recht: irgendwie zählt immer mehr „Der Weg ist das Ziel“, wenn auch man sich dennoch weiterhin auch Ziele stecken muss. Bitte schreibe uns weiterhin Deine Kommentare…es fühlt sich gut an, von Freunden aus der Heimat zu lesen…Alles Liebe für Dich und wir machen weiter…Du bitte auch… 😉 Carsten und Carlotta

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  2. Ihr Lieben,

    die Mutter hat das Datum 09.09. verschwitzt. Mit Freude habe ich Euren Bericht gelesen und mich besonders über die doch ernsten Gedanken in dem Inhalt gefreut. Nachträglich meine herzlichen Glückwünsche und macht so weiter, jeder auf seine ihm eigene Weise und für die Zukunft natürlich zusammen. Möge die Reise Euch inspirieren und manche Wünsche und Gedanken festigen. Jaja, die midfourties!!!!!!

    Liebe Grüße bis zum Skypen aus Hanni

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